Saisonrückblick 24-25
Nach meinem Kreuzbandriss im März 2024 beim Europacup-Finale in Norwegen endete die Saison abrupt und ganz anders, als ich es mir gewünscht hätte. Der Frühling 2024 war für mich geprägt von der Verarbeitung dieses Rückschlags – mental wie körperlich. Auch wenn ich wusste, was auf mich zukommt, war es nicht leicht, plötzlich ausgebremst zu werden.
Reha, Geduld und kleine Fortschritte – Sommer 2024
Der Sommer stand ganz im Zeichen der Rehabilitation. Tägliche Reha-Sessions, Physiotherapie und gezieltes Krafttraining bestimmten meinen Alltag – neben meinem kaufmännischen Praktikum auf der Gemeindeverwaltung. Ich lernte, mich über kleine Fortschritte zu freuen: Ein stabilerer Schritt, weniger Schmerzen, erste Velotouren. Auch wenn es manchmal zäh war, hatte ich ein klares Ziel vor Augen – zurück auf die Ski.
Zurück auf den Ski – Herbst 2024
Im Oktober war es endlich so weit: Ich durfte wieder auf die Ski! In Saas Fee machte ich vorsichtig die ersten Schwünge im Schnee. Dieses Gefühl war unbeschreiblich – ein Mix aus Freude, Aufregung und Dankbarkeit. Natürlich war ich noch weit entfernt von Rennspeed, aber es war ein riesiger Meilenstein.
Vorbereitung auf die neue Saison – Winter 2024/25
Im Dezember konzentrierte ich mich auf Techniktraining, vor allem im Riesenslalom. Die Fortschritte waren langsam, aber konstant. Ich merkte, dass ich körperlich wieder stärker wurde – und auch mental immer mehr ins Vertrauen zurückfand. In dieser Zeit reifte in mir der Plan, bald wieder an den Start zu gehen.
Das Comeback – Januar 2025
Mein Comeback gab ich schliesslich im Januar beim FIS-Riesenslalom an der Lenk. Was für ein Tag! Natürlich war ich nicht auf dem Niveau vor der Verletzung, aber allein wieder mit einer Startnummer am Hang zu stehen, war ein Riesenerfolg. Ich konnte zeigen, dass ich zurück bin – bereit, weiter aufzubauen.
März – Zwischen Klassiker und Rennalltag
Der März war geprägt von zwei besonderen Rennstationen: Zuerst stand ich auf einem Teil der legendäre Streif am Start – ein echtes Highlight. Danach folgten intensive Tage in Norwegen mit wechselnden Bedingungen, vielen Läufen und wertvoller Rennpraxis. Auch wenn nicht alles perfekt lief, konnte ich an Sicherheit gewinnen und wichtige Erfahrungen sammeln. Den krönenden Abschluss bildete mein erster FIS-Abfahrtssieg in Kvitfjell – und das auf einer Strecke, auf der ich mich im letzten Jahr verletzt hatte. Ein emotionaler und bedeutender Erfolg!
Zinal Schweizermeisterschaft – Zwischen Leistung und Vernunft
In Zinal konnte ich in der Abfahrt mit Platz 7 ein gutes Resultat erzielen und bei der Liechtensteinischen Meisterschaft sogar den 5. Rang einfahren. Doch ein Schlag aufs Knie beim Sprung setzte mir zu – das Risiko war zu hoch, und ich verzichtete auf den Super-G. Auch im Riesenslalom lief es nicht wie erhofft, und ich spürte: Mein Körper ist am Limit. Die Entscheidung zur Pause fiel richtig und die folgende Ruhephase tat gut – mein Knie ist stabil, mein Kopf bereit.
Fazit
Diese Saison war alles andere als gewöhnlich. Sie war fordernd, lehrreich, emotional – aber vor allem war sie ein Beweis dafür, dass es sich lohnt, dranzubleiben. Ich habe viel über mich selbst gelernt, über Geduld, Resilienz und den Wert der Unterstützung von Familie, Freunden, Sponsoren und meinem Team. Besonders stolz bin ich darauf, dass ich den Aufstieg ins B-Kader von Swiss Ski geschafft habe, der mir zeigt, dass sich die harte Arbeit der letzten Jahre lohnt.
Jetzt blicke ich mit viel Motivation in die Zukunft – bereit, neu anzugreifen.






